Baby Shopping

Ich gebe zu, ein plastikfreies Leben mit einem Kind anzustreben ist heftig. Aber und das ist wichtig, nur wenn du dich selber unter Druck setzt.

Impuls-shopping

Es nimmt meistens schon während der Schwangerschaft seinen Anfang und hört ab diesem Zeitpunkt nie wieder auf ;). Ein kleines Spielzeug hier, ein Kuschelteddy dort. Nicht nur man selbst möchte während der Schwangerschaft schon viele süße kleine Dinge kaufen, auch die Verwandten bringen oft so ihre Freude zum Ausdruck. Es ist einfach ein verdammtes Wunder, wenn plötzlich im eigenen Bauch neues Leben heran wächst. Fast 24/7 ist man mit seinen Gedanken bei dem kleinen Leben und der Planung der Zukunft, da ist das besorgen von Kleidung und allem was der Zwerg so brauchen kann ein normaler Weg um sich damit auseinanderzusetzen. Das kleine Wunder bekommt so mehr Realität und ja gerade als Mutter ist es einfach ein schöner Prozess, durch die Läden zu streifen, sich vorzustellen wie der kleine Floh in dem Strampler herum rutscht, das Buch befühlt und sich über die kleine Puppe mit großen Kulleraugen freut.

Na klar, das ist wunderschön und ja es ist ein wichtiger Teil des Prozesses, sich mit dem kleinen Wesen und der aufregenden Zeit vertraut zu machen.

Doch hier kommt eines der 5‘Rs ins Spiel. Refuse, reduce, reuse, recycle und rott. Ich werde da demnächst einmal genauer drauf eingehen.

Reduce! Reduzieren. Und ich würde noch hinzufügen realistisch bleiben.

Die Erstausstattung

Mache dir zu Anfang doch einfach eine Liste. Dort kannst du ganz realistisch aufführen, welche Dinge ihr noch benötigt, was ihr geliehen bekommt und was ihr euch Wünschen könnt. Wünsche zu äußern ist nicht nur für euren Geldbeutel sehr hilfreich, auch die angesprochene Person kann euch so viel besser unterstützen und fühlt sich am Ende besser, da sie euch wirklich helfen konnte. Zu dem könnt ihr euren Bestand so besser im Auge behalten und habt nicht am Ende eine Kiste voller Ramsch, den ihr nicht benutzen wollt und das Geld und die Ressourccen dafür verschwendet wurden.

Realistisch bleiben

Um eine realistisch Liste zu erstellen, würde ich raten mit einer Mutter zu sprechen, die ihre Anfangszeit noch gut im Gedächtnis hat. Sie kann dir dann eine realistische Einschätzung der Dinge geben, die Anfangs wirklich gebraucht werden. Denn die Listen im Internet sind meinen Erfahrungen nach viel zu überladen mit unnötigen Dingen, die man gerade in den ersten Wochen nicht braucht. Manches davon wirst du vielleicht auch nie benötigen, da es spezielle Dinge sind, die, wie eine Wärmelampe oder Wollmützen und solch ein Kram, die nur für Winterbabys wichtig sind.

In unseren ersten Wochen waren 35 Grad und wir sind dahin geschmolzen. Hätte ich dann noch die Wärmelampe angeschmissen, hätte ich Jorik wohl eher geschadet als ihm geholfen. Darum würde ich dir raten die Listen der Erstanschaffung noch einmal genau zu hinterfragen, so sparst du nebenbei auch eine Menge Geld. Meine Mutter und vor allem Oma, waren eh etwas Erstaunt über die Sachen die man heutzutage alle so anschafft, bevor das Baby überhaupt auf der Welt ist.

Gewickelt wurde damals auf dem Bett und eigene Betten brauchten Neugeborene erst Recht nicht. Da hat ein Korb mit gemütlichen Decken gereicht. Und was soll ich sagen, ich konnte sehr entspannt auf die Geburt warten, da ich wusste, es klappt schon alles und was kann einem schon fehlen? Dein Baby braucht nur DICH, deine Milch und einen ruhigen Platz zum Schlafen. Der Rest regelt sich dann, wenn es soweit ist. Darum lass dich nicht stressen ansonsten wird es auch stressig!

So zum Thema zurück 😀

Nachhaltig shoppen

Da ich keine Mutter daran hindern möchte sich den Freuden des ersten Babyshoppings hinzugeben es aber eine tolle Alternative zum gewöhnlichen Kaufhaus gibt, sage ich geht auf Flohmärkte, Babybasare und was es da nicht alles gibt. Du bekommst alles so viel günstiger, schon eingetragen und zig mal gewaschen. Ja wirklich das ist ein Vorteil. Denn dir wird es nicht mehr einlaufen und sämtliche Chemikalien sind mit Sicherheit raus gespült.

Es gibt allein in Deutschland ca. 785.000 Geburten pro JAHR. Und bei allen läuft es gleich. Sie wachsen schnell aus allem heraus und brauchen dauernd Neues. Darum beteilige dich an dem Kreislauf und shoppe auf Flohmärkten und wer weiß vielleicht wirst du die Sachen eines Tages dort auch wieder los.

So gibst du gleichzeitig dein Statement ab, sprichst dich gegen die heutige Fast Fashion Gesellschaft aus und gibst deine Stimme ganz klar für Nachhaltigen und Bewussten Konsum ab. Du kommst mit neuen Menschen ins Gespräch und wirst sehen wie viel mehr Spaß es macht, dort nach ganz persönlichen Schätzen zu suchen. Bedenke alles was du secondhand kaufst oder dir leihst wird an Ressourcen eingespart und du musst dir keine Gedanken um eine faire und ökologische Produktion machen.

https://www.mamikreisel.de/

Secondhand sollte die erste Wahl sein

Natürlich trifft das nicht nur bei Babykleidung zu. Flohmärkte und sämtliche Verkaufsportale sollten dein erster Anlaufpunkt sein, wenn du etwas benötigst. Wieso neu kaufen und mehr Geld ausgeben, wenn doch jemand seine Hose oder seinen Laptop nicht mehr gebrauchen kann, sie aber noch einwandfrei funktionieren. So kann der Gegenstand doch erst wirklich Gebrauchsgegenstand genannt werden und wird nicht vorzeitig aus dem Leben gerissen. Ich finde die Vorstellung schön, ihm die Zeit zu geben die er benutzt werden möchte und bei kleinen Wehwehchen nach zu helfen.

https://repaircafe.org/de/besuchen/

Gerade Gegenstände die aus endlichen Rohstoffen hergestellt werden wie Plastiksachen, übrigens auch Glas und Metall, sollten bis zu ihrem Zerfall genutzt und gewertschätzt werden.

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